Ist es klug, auch noch ein Haus als Kapitalanlage zu kaufen?
Katharina L., Augsburg
Seit mehreren Jahren habe ich ein Bausparvertrag und seit kurzem auch Riester-Rente. Ist es klug, ein Haus als Kapitalanlage zu kaufen und wie bewerkstelligt man dies am besten? Ich habe gehört, dass man hierfür den Bausparvertrag beleihen kann. Ist das korrekt?
Antwort
Sie sparen momentan in zwei Sparformen an, bei denen man eine gewisse Laufzeit abwarten muss, bis man ohne Verluste oder Kosten an sein Geld kann: der Bausparvertrag läuft meist 8 bis 10 Jahre in der Sparphase bevor die Darlehensphase beginnt, und Sie ein Bauspardarlehen zum Bauen oder Kaufen erhalten. Die Riester-Rente wird bis zum Rentenbeginn laufen – also vielleicht noch zig Jahre.
Sinnvoll wäre, dass Sie auch Geld ansparen, über das Sie jederzeit verfügen können. Dazu gehören erst 3 Monatsgehälter in eine Reserve, die täglich verfügbar ist. Hier eignet sich ein Tagesgeldkonto. Darüber hinaus brauchen Sie einen zweiten Topf für mittelfristige Anschaffungen wie Auto, Waschmaschine usw. Hierfür eignen sich z.B. Rentenfonds, über die man auch täglich verfügen kann. Erst danach käme die Altersvorsorge.
Dann gilt zu bedenken, dass Sie sich durch eine Immobilie 20 bis 30 Jahre an diese Investition binden und genauso lange jeden Monat einige Hundert Euro an die Bank und an Nebenkosten zahlen. Erst nach 20 oder 30 Jahren gehört Ihnen die Immobilie und Sie erhalten die Miete und müssen nur noch die nicht umlagefähigen Kosten wie Verwaltung und Instandhaltung zahlen.
Eine Immobilie sollte erst dann gekauft werden, wenn 20 bis 25 Prozent der Gesamtkosten (Kaufpreis plus ca. 10 Prozent für Makler, Notar, Grundbuch) als Eigenkapital angespart sind und die Finanzierung wasserdicht ist.

