Macht es Sinn, einen Bausparvertrag abzuschließen, um damit in 6 Jahren ein Darlehen umzuschulden?
Heiko R., Regensburg
„Wir haben seit fast 9 Jahren ein Haus und dafür 3 Kredite aufgenommen. Den bei der Thüringer Aufbaubank (TAB) haben wir kürzlich mit einem Forward-Darlehen um 5 Jahre bis 2015 verlängert. Die beiden anderen werden 2010 von einem fälligen Bausparvertrag abgelöst. Jetzt wollten wir noch einen neuen Bausparer für den in 2015 bei der TAB fälligen Kredit abschließen. Macht das Sinn oder sollte man das ganze anders gestalten?“
Antwort
Ihre Überlegungen sind ganz richtig. Im Jahr 2015 steht die weitere Verlängerung des Darlehens an und es ist nicht bekannt, wie hoch dann die Zinsen liegen. Mit einem Bausparvertrag könnten Sie sich heute den Zinssatz des Bauspardarlehens ab 2015 sichern. Nur – ganz umsonst erhält man diese Zinssicherung auch nicht: Sie erkaufen sich den niedrigen Darlehenszins mit einer sehr geringen Guthabenverzinsung. Denn für den monatlichen Sparbeitrag erhalten Sie je nach Bauspartarif nur 1 % Zinsen. Und es fällt eine Abschlussgebühr, teilweise Kontoführungsgebühren und evtl. eine Darlehensgebühr an. Wenn Sie persönlich eine Inflation mit steigenden Zinsen befürchten, wäre ein Bausparvertrag eine gute Lösung.
Da Sie monatlich noch etwas sparen können, bestünde auch die Alternative, die monatliche Tilgung bei dem Forward-Darlehen einfach zu erhöhen. Manche Verträge erlauben eine Erhöhung der Tilgungsrate oder lassen jährliche Sondertilgungen zu. Und diese Tilgungen „verzinsen“ sich mit dem Zinssatz des Darlehens – z.B. mit 3,5 %. So viel erhalten Sie aber nach Steuern bei keiner Geldanlage, auch nicht beim Bausparvertrag.
Mein Tipp: Prüfen Sie zuerst, ob Sie die Tilgung beim Forward-Darlehen in der Höhe Ihres monatlichen Sparbeitrags noch erhöhen können. Oder ob Sie eine jährliche Sondertilgung von z.B. 5 oder 10 % leisten dürfen. Mit beiden Möglichkeiten wird die Restschuld im Jahr 2015 geringer ausfallen und der dann gültige Zinssatz, auch wenn er ordentlich gestiegen sein sollte, schmerzt Sie weniger. Lassen Sie sich ausrechnen, wie hoch dann die Restschuld im Jahr 2015 ausfällt. Vielleicht können Sie den Rest dann aus Erspartem bezahlen. Ansonsten würde dann ein kleiner Bausparvertrag mit einer kleineren Bausparsumme ausreichen.

