Viel oder wenig Eigenkapital bei der Baufinanzierung?
Jörg T. und Steffi Z., Nürnberg
Jörg T. und Steffi Z., Nürnberg: „Wir planen demnächst eine gebrauchte Immobilie zu erwerben. Dabei handelt es sich um ein EFH (Bj. 1967) in dem einige Umbau- bzw. Renovierungsarbeiten vorzunehmen sind. Hierzu haben wir folgende Frage: 1. Was ist in der momentanen Situation ratsamer: Viel oder wenig Eigenkapital bei der Finanzierung einzusetzen. Der Kaufpreis liegt bei ca. EUR 245.000 zzgl. aller Nebenkosten (Notar, Grunderwerbsteuer, Makler-Provision). 2. Welche Bank bietet derzeit die günstigsten Finanzierungszinsen? 3. Gibt es Förderprogramme? Bitte beachten: Wir sind beide selbständig.“
Antwort
1. Generell ist es empfehlenswert, bis auf eine ausreichende Sicherheitsreserve das Eigenkapital einzusetzen. Sie zahlen immer mehr Zinsen für ein Darlehen als Sie Zinsen für eine sichere Geldanlage erhalten könnten. Beachten Sie besonders, dass bei Umbau- und Renovierungsarbeiten die Kosten sehr gut im Auge zu behalten sind und dass Sie noch über ausreichende Reserven verfügen, um unvorhergesehene Mehrarbeiten bei der Renovierung stemmen zu können. 2. Banken kalkulieren die Zinsen heute sehr individuell. Sie prüfen anhand Ihrer Angaben und der einzureichenden Beleihungsunterlagen über 30 Kriterien zu Ihrer persönlichen Situation, dem Einkommen, Ihrem eingebrachten Eigenkapital, dem Objekt und der Lage. Nicht jede Bank finanziert Selbstständige. Im Internet erhalten Sie nur einen ersten Überblick und könnten dann bei den besten Banken Angebote einholen. Sinnvoll ist auch, sich von einem unabhängigen Fachberater bei der Verbraucherzentrale oder dem Bundesverband Finanz-Planer (www.bundesverband-finanz-planer.de) beraten zu lassen. 3. Unabhängig vom Einkommen bietet die KfW verschiedene Förderprogramme an. Ihre Selbstständigkeit ist dabei kein Hindernis. Informationen finden Sie unter www.kfw-foerderbank.de. Sie erhalten grundsätzlich für den Kauf des Hauses im Programm Wohneigentum (Nr. 124) bis zu 30 % der Gesamtkosten oder bis zu 100 000 Euro. Interessant könnte auch das Programm Wohnraummodernisieren Standard (Programm Nr. 141) sein. Hier erhalten Sie bis zu 100 000 Euro Darlehen für bestimmte Renovierungsmaßnahmen. Wenn Sie „Energieeffizient sanieren“ (Nr. 151, 152) gibt es weitere Kredite bis zu 75 000 bzw. 50 000 Euro für Einzelmaßnahmen. Hier wird üblicherweise die Energieberatung eines Sachverständigen benötigt, der auch die Maßnahmen planen und die Baubegleitung durchführen sollte (wird auch bezuschusst). Alternativ gibt es einen Investitionszuschuss und eine Sonderförderung. Fördermittel von der KfW erhalten Sie nicht direkt bei der KfW sondern nur über eine Bank. Deshalb der Hinweis: klären Sie in einer unabhängigen Beratung, welche Fördermittel Sie erhalten können und wie Sie die Darlehen und Fördermittel optimal kombinieren können und suchen danach erst die besten Banken, die diese Fördermittel auch anbieten.

