Nachhaltigkeit first … oder Primat der Ethik

Mittlerweile existiert ein umfangreiches Angebot an ethisch nachhaltigen Geld- und Kapitalanlagen – von Aktien- und Anleihenfonds, Exchange Traded Funds (ETF’s) und Themenfonds über nachhaltige Vermögensverwaltungen und  Bankeinlagen bis hin zu Direktinvestments und nachhaltig gefördertem „Fairtrade Gold“. Damit ist es möglich, auch in Übereinstimmung mit ökonomischen, ökologischen, sozialen und kulturellen Aspekten zu investieren. Wer auf Nachhaltigkeit und Ethik achtet, muss nicht auf Rendite verzichten. Das meint die neue Sichtweise: das „Magische Dreieck der Geldanlage“ aus Sicherheit, Liquidität und Rendite wird in eine vierte Dimension ‚Nachhaltigkeit‘ eingebettet. Nur Anlagen, die Ihre ethischen und nachhaltigen Kriterien erfüllen, kommen in die nähere Auswahl. Erst danach findet eine Analyse anhand finanzwirtschaftlicher Kennzahlen wie Rendite, Liquidität und Sicherheit statt.

Fragen zur Nachhaltigkeit lohnen sich

Welche wachsende Bedeutung die Nachhaltigkeit erfährt zeigt sich auch daran, dass der Markt für ethisch nachhaltige Anlagen seit einigen Jahren fast zweistellig wächst. Jedoch ist hier nicht alles „grün“, was als „nachhaltig“ oder entsprechend der ESG-Kriterien (Environment Social Governance) verkauft wird. „Green Washing“ findet nach meiner Überzeugung statt, wenn in einem Investmentfonds nur ein einziges oder wenige Ausschusskriterium erfüllt sind und die restlichen Anlagen dann aber gegen Nachhaltigkeitskriterien verstoßen dürfen. Ein differenziertes Verständnis und die richtigen Fragen und entsprechende Analysen sind notwendig, um hinter den werbewirksamen Aussagen die gewünschte ethische Qualität zu erkennen.

Eigene Überzeugungen umsetzen

Gewissen und Ethik berühren immer im tiefsten Inneren erfahrene Einsichten und Überzeugungen des als gut und stimmig empfundenen Lebens und Handelns. Ethik beruht auf einer Reflektion von Überzeugungen und führt zu einer persönlichen Werthaltung und Bewertung von Verhältnissen. Das Gespräch über Moral und Ethik stellt kein einfaches Thema dar und basiert auf der Offenheit und dem Verständnis für Ihre Überzeugungen und Überlegungen. Als Beraterin verstehe ich mich als Bindeglied, um Ihre Überzeugung und Vorstellungen von Nachhaltigkeit und Ethik in dem Bereich nachhaltiger Geldanlagen, die diese Bezeichnung wirklich verdienen, umzusetzen.

Anlagestrategien – Ökonomie in Grenzen

Nachhaltige Anlagestrategien erfordern die Berücksichtigung ebenso langfristiger Gesichtspunkte. Aus ökonomischer Perspektive zeichnen sich nachhaltige Anlagen dadurch aus, dass sie Gewinne auf Basis langfristiger Investitions- und Produktionsstrategien erwirtschaften anstatt aus kurzfristiger Renditemaximierung. Kontroverse Geschäftspraktiken wie Korruption und Bilanzfälschung sind ebenso abzulehnen wie Erträge aus Finanzanlagen, die in nicht vertretbarer Relationen zu Erträgen aus der realer Wertschöpfung stehen. Das bedeutet, Derivate dürfen nur zu Absicherungszwecken eingesetzt werden, nicht aus Spekulationsgründen, insbesondere nicht auf Nahrungsmittel oder Wasser.

Anlagestrategien – in Übereinstimmung mit der Ökologie

Nachhaltige Investitionen erforden die Übereinstimmung mit ökologischen Prinzipien. Ressourcen dürfen nur in soweit gewonnen und eingesetzt werden, als dass die Funktionsfähigkeit lokaler und globaler Ökosysteme nicht beeinträchtigt wird. Im Vordergrund stehen die Wiedergewinnung und Wiederverwertung von verbrauchten Stoffen statt renditeträchtiger Neugewinnung und Verschwendung von Rohstoffen. Die Steigerung der Ressourcenproduktivität und die Investitionen in erneuerbare Ressourcen hat in Einklang mit der Umwelt zu erfolgen. Auch ist eine Gesamtbetrachtung aller Kosten über den gesamten Lebenszyklus eines Produktes erforderlich. Es darf keine Externalisierung von Kosten mehr stattfinden – wie unser unsägliches Erbe der nicht lösbaren Frage der Endlagerung, die wir auf die nächsten Generationen übertragen haben.

Anlagestrategien – in sozialer und kultureller Hinsicht

Nachhaltige Gewinne resultieren aus Investitionen, die in Verantwortung für Arbeitsplätze, mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und der Förderung des selbstverantwortlichen Arbeitens entstehen. Dabei ist der Respekt vor der Verschiedenartigkeit des Einzelnen unabdingbar, egal welcher Herkunft oder Hautfarbe, welcher Überzeugung oder Religion oder welchen Geschlechts oder Orientierung. Die Fragen des sozialen Gefüges werden nicht verletzt, wenn die Schaffung von Erwerbschancen und eine ausgewogene Generationenverteilung berücksichtigt werden. Kulturen schätzen und schützen bedeutet den Respekt zu bezeugen vor der kulturellen Vielfalt aller Kulturen unter Wahrung der persönlichen Freiheitsrechte und der gesellschaftlichen Integrität.

Beratung mit bestmöglicher Weitsicht

Durch meine Zertifizierung des Lehrgangs „Geld & Ethik“ an der Katholischen Sozialakademie Österreich biete ich Ihnen eine Beratung an, in der ich mich auf Ihre Werte, Überzeugungen, Anforderungen und Wünsche fokussiere, um diese bestmöglich im Anlagebereich umzusetzen. Ich begleite meine Kunden auf Wunsch langfristig und umfassend in allen Fragestellungen der ethischen und nachhaltigen Anlagen.

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